Wissenswertes aus der Welt der Rosen

|

Rosen sind schön an zu sehen, manche duften, sie blühen in den verschiedensten Farben und sie sind ziemlich anspruchslos. Kein Zufall, dass in nahezu jedem Garten in Deutschland Rosen wachsen. Kein Zufall auch, dass es hierzulande eine lange Tradition der Rosenzucht gibt und dass mehrere hochspezialisierte Baumschulen in Deutschland immer wieder neue Sorten vorstellen und jedes Jahr viele Millionen Rosen vermehren und kultivieren.Das Sortiment an Rosen ist enorm vielfältig, weltweit gibt es etwa 30.000 Arten und Sorten der Gattung Rosa! In den Katalogen der Rosenschulen und Rosenzüchter findet man unter anderem Gruppenzuordnungen wie Beetrosen, Bodendeckerrosen, Edelrosen, Kletterrosen, Historische Rosen, Parkrosen, Gartenrosen, Strauchrosen, Stammrosen, Wildrosen, Zwergrosen. Hinter jeder dieser Gruppen stehen dann lange Listen von Rosensorten in den verschiedensten Blütenfarben und -formen, Wuchshöhen und Anzuchtformen, duftend oder eben nicht, mit mehr oder weniger Stacheln.

Tatsächlich: Rosen haben – Dornröschen hin oder her – keine Dornen, sondern Stacheln. Die botanische Unterscheidung ist, dass Dornen Ausstülpungen des Holzes, Stacheln dagegen „nur“ Ausstülpungen der Rinde sind, und sich deshalb leicht entfernen lassen. „Rosen sind die mit Abstand variantenreichste Gruppe der Gartenpflanzen“, so Eckhard Beutnagel vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., „mehr als 1.200 Rosensorten sind beim Bundessortenamt in Hannover und auf europäischer Ebene im Sortenschutz gelistet.“

Bei ADR-Rosen gilt: Sicher ist sicher

Bis eine neue Sorte auf den Markt gebracht werden kann, muss sie eine lange Bewährungs- und Prüfstrecke erfolgreich bestehen. Den Anfang nimmt jede neue Sorte in einer Baumschule. Die sorgfältige Beobachtung von Aussaaten, das Selektieren von neuen Varianten und deren intensive Prüfung gehört für Baumschuler, die sich mit der Pflanzenzüchtung beschäftigen, zum beruflichen Alltag – nicht nur bei Rosen! Ist eine interessante Variante entdeckt, wird sie gekennzeichnet, über Jahre beobachtet und immer wieder bewertet. Nur Pflanzen, die sich in der Baumschule über mehrere Jahre als wirklich „anders“ bestätigt haben und die nachweislich besser sind als ihre Eltern, können zur offiziellen Prüfung beim Bundessortenamt angemeldet und dort als neue Sorte unter Schutz gestellt werden. Dort geht die Prüfung dann weiter. Speziell für Rosen hat die deutsche Baumschulwirtschaft schon frühzeitig die Notwendigkeit erkannt, ein strenges Prüfverfahren einzuführen. Seit 1950 gibt es die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR), die bis heute als die weltweit strengste Rosen-Neuheiten-Prüfung gilt. Bewertet werden zum Beispiel die Knospenform und Knospenfüllung, die Blütenform, Farbe der Blütenöffnung, die Blütenfarbe und schließlich das Verblühen. Vor allem die Pflanzengesundheit ist wichtig für die Auszeichnung als ADR-Rose.

Fachleute bei der Rosensichtung  Foto: BdB

|

An elf Standorten in Deutschland werden die Rosen unter gleichen Bedingungen gepflanzt und ohne Pflanzenschutzmittelbehandlung kultiviert – nur so kann nach mehrjähriger Beobachtung die Widerstandsfähigkeit einer neuen Sorte optimal und objektiv beurteilt werden. In der ADR-Prüfung standen bisher über 2.000 Sorten, jedes Jahr werden etwa 50 neue Sorten aller Rosenklassen geprüft. Wenn neue Sorten geeignet erscheinen, ältere ADR-Sorten ersetzen zu können, kann das Prädikat ADR-Rose auch wieder entzogen werden. Bei der Sortenprüfung geht es schon lange nicht mehr nur um Schönheit, vor allem im Hinblick auf die Gesundheit bzw. Robustheit neuer Sorten dokumentiert das ADR-Zeichen eine sehr positive Entwicklung, die auch Umweltaspekte beinhaltet: Ob in Privatgärten oder im öffentlichen Grün: ADR-Rosen sind ausgezeichnet als widerstandsfähige Sorten, die keine Pflanzenschutzmittel benötigen. Sortenlisten dieser robusten Rosen stehen auch auf http://www.adr-rose.de zur Verfügung.

|

Wie wird aus einer Rose ein Feld voller Rosen?

Jede neue Sorte beginnt mit einer einzigen Pflanze – manchmal sogar mit nur einem einzelnen Zweig! Die Baumschuler mussten also Verfahren entwickeln, um eine einzigartige Pflanze zuverlässig und wirtschaftlich zu vervielfältigen. In der Fachsprache heißt das „vegetative Vermehrung“. Je nach Pflanzenart eignet sich die so genannte Stecklings- oder auch Steckholzvermehrung. Für manche haben sich sogar Labormethoden etabliert, bei Edelrosen aber ist das bis heute übliche Verfahren die Sommerveredlung. Dafür braucht man als spätere Partner ein so genanntes Edelreis und eine Unterlage, ein sehr scharfes, sauberes Messer, eine ruhige Hand und jede Menge Erfahrung – Experimente sind hier nicht zu empfehlen. Ein geübter Baumschuler kann bis zu 3.000 Rosen am Tag veredeln – und die Anwachsquote ist sehr hoch, vorausgesetzt, man weiß, wie es geht. Mit dem Messer wird ein T-förmiger kleiner Schnitt auf Höhe des Wurzelhalses der Unterlage gesetzt, der es möglich macht, die Rinde in diesem Bereich leicht aufzuklappen. In den entstehenden Spalt setzt der Baumschuler dann eine Knospe der Edelrose ein und verschließt die Veredlungsstelle z.B. mit einem Gummiband. Je schneller diese Operation vonstatten geht, umso sicherer gelingt sie. Diese Veredlungsform heißt im Fachjargon „Okulation“, weil der Baumschuler die eingesetzte Triebknospe „Auge“ nennt. Dieses Auge der Edelsorte wächst auf der Wildrosenunterlage an und daraus treibt im nächsten Frühjahr ein Trieb der Edelsorte. Bis die Rose tatsächlich verkaufsfähig ist, vergeht dann mindestens noch ein Jahr, in dem die Rose zu einer mehrtriebigen Pflanze kultiviert wird.

Aufwändige Handarbeit: Rosen-Veredlung   Foto: BdB

Rosenfeld im Sommer   Foto: BdB

|

Große Auswahl

Die deutschen Baumschulen produzieren eine große Vielfalt an Rosen. Allerdings kann nicht jeder Betrieb das gesamte Sortiment anbieten. Für spezielle Wünsche nach Rosensorten lohnt es aber doch, in Baumschulen mit Privatverkauf nachzufragen – vielerorts unterhalten die Baumschulen einer Region so genannte „Börsen“, in denen sich die Betriebe zur Vervollständigung der Sortimente gegenseitig helfen. So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch ungewöhnliche Pflanzen besorgt werden können. In den Fachbetrieben stehen meist sowohl wurzelnackte Rosen als auch Rosen im Topf zur Auswahl. Die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen ist der Herbst. In Töpfen kultivierte Rosen können das ganze Jahr über gepflanzt werden.

Quelle: BdB

|

Rose ‚Lavender Dream‘

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s